Die Forschung von vier Universitäten ergab: Es gibt KEINEN Killerpilz

 

Im Jahre 2006 wurde die Reetbranche von einer Aussage erschüttert: ein „Killerpilz“ hätte bereits 80 % der deutschen Reetdächer vorzeitig verrotten lassen!

War doch gerade mal ein Jahr vorher die Vogelgrippe über Europa eingebrochen. Auch da wußte zunächst keiner von einem „woher“ und „wodurch“.

Die Reetdachinnung Husum wurde daraufhin aktiv und stellte dieses Problem bei der Landesinnung der schleswig-holsteinischen Dachdecker vor. Diese übernahm die Koordination aus nachträglicher Sicht auch aus mehreren Gründen:

reet dach reetdach geschnitten Reetpflanze Reet

1.    Die Reetdachdecker-Innung hätte dieses Problem gar nicht alleine bewältigen können.

2.    Die Kosten wären nicht zu bewältigen gewesen

3.    Weil die Landesinnung diese Arbeit übernahm, konnten auch die Landesregierungen von Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern gewonnen werden.

4.    Die Landesinnung konnte etwas im Dachdeckerhandwerk bisher einmaliges erreichen: jeder bundesdeutsche Dachdeckerbetrieb, der Mitglied einer Dachdecker-Innung ist, zahlt 5,-- Euro als Solidaritätsbetrag zu diesem Forschungsprojekt.

5.    Die Reetdachinnung ist außerdem frei von jeglichem Makel, als direkt Beteiligte, Einflußnahme genommen zu haben.

 

Durch die Unterstützung der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) wurde dieses Forschungsprojekt in die Tat umgesetzt. Bei Instituten in Berlin, Braunschweig, Hamburg und Berlin wurden Untersuchungen verschiedenster Art vorgenommen. Die Kosten von 290.000,-- Euro hierfür sollten zu einem großen Teil von der DBU mit 125.000,-- Euro finanziert werden. Jetzt war aber auch klar: die Landesinnung und auch der angeschlossene BBV (Berufsbildungsverein der Dachdeckerschule in Lübeck-Blankensee) konnte diesen Kostenberg nicht bewältigen, ohne Gefahr zu laufen, die Gemeinnützigkeit zu verlieren. So mußte eigens für diese Aufgabe im Jahre 2006 noch eine GmbH gegründet werden. Dieses wurde die QSR (Qualitätssicherung Reet). Geschäftsführer wurden der Landesinnungsmeister

Manfred Arp und der Hauptgeschäftsführer der Landesinnung, Uwe Klehn. Hauptberuflicher Koodinator wurde der Geschäftsführer der Landesinnung, Jan Juraschek. Ihm gelang es durch großen persönlichen Einsatz sehr erfolgreich, ein Konzept aufzustellen, entsprechende Verbindungen zu den Forschungsinstituten, den Landesregierungen und den Landesinnungen herzustellen und auszubauen. Sehr schnell wurde Juraschek kompetent und von allen Seiten akzeptiert, auch von den Reetdachdeckern und Reetlieferanten.

Am 4. Juli 2007 gab es die erste große Pressekonferenz der QSR mit den Forschungsinstituten: es gibt keinen „Killerpilz“. Dieses wurde auch einer 2. Pressekonferenz am 27. Februar 2008 von den Forschungsinstituten bekräftigt.

 

Aber vier Gründe, die eine vorzeitige Verrottung ermöglichen:

  1.zu frühes schneiden der Reetflächen

   2.falsche Lagerung der Reeternte und Reetlieferung

   3.handwerkliche Mängel

   4.Bauphysikalische Mängel

Zu allen vier Punkten ist Hans-Hermann Ohm, der seit 2006 Obermeister der Reetdachinnung Husum ist, bereit, jedem Interessierten Auskunft zu geben.

Das Forschungsvorhaben ist jetzt, im Frühjahr 2009, noch nicht abgeschlossen. Aber es kann gesagt werden: das Reetdach hat wieder Zukunft. Es wird seinen Platz weiterhin als älteste, funktionierende und gesunde Dachbedeckung behaupten.

Wir, die Brüder Reimer und Hans-Hermann Ohm aus Norddeich sind auf Reeteindeckungen spezialisiert.  Unser Großvater Willi Landau aus Norddeich hat den Betrieb vor über 50 Jahren gegründet und so wird die traditionelle Handwerkskunst in der dritten Generation weitergeführt.

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Für weitere Informationen stehen wir jedem Interessenten gerne zur Verfügung.

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 Der Bericht von unserem Uganda-Projekt

Meine erste Begegnung mit Afrika war im Jahre 2014, als ich mit meinen Berufskollegen aus Deutschland zu einem Treffen und Erfahrungsaustausch der internationalen Reetdachdecker in Südafrika war. Dort gibt es viele Gebäude, die mit Reet oder Afrikagras bedeckt sind. Aber auch zigtausende Blechhütten. Diese Blech-Behausungen so vieler Afrikaner bei den sehr heißen Temperaturen erschien mir ein Graus. Aber wenn man nichts anderes hat und damit

aufgewachsen ist….

Uganda

 

Im Juli 2015 erreichte mich ein Anruf von Luisa Natiwi. Die Uganderin berichtete mir von ihrem Land und ihrem Vorhaben, für ihr Land etwas bewirken zu wollen. Für mich würde es bedeuten: sie sucht Reetdachdecker, die in ihrem Land helfen würden. Vor dem Hintergrund der Flüchtlingswelle und der Bilder von Südafrika lauschte ich ihren Ausführungen und erklärte mich zu einem persönlichen Gespräch bereit.

Sie überreichte mir bei diesem Treffen dafür als Dank ihr Buch „Rote Erde – weißes Gras“. Es ist ihre eigene Autobiografie. Dieses Buch hatte ich in kurzer Zeit durchgelesen. Es war fesselnd und bildhaft geschrieben. Danach wuchs in mir die Bereitschaft, in Luisas Geburtsland zu helfen. Es betrifft das Gebiet Karamoja, hoch oben im Nordosten Ugandas, an der kenianischen Grenze gelegen. weiterlesen als Pdf.

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